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„Upps!“

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Ist das Silo voll?

Andre: „500 Tonnen passen in das Silo. Es ist fast voll. Als ich rückwärts an die Förderschnecke  heranfahre bin ich froh, dass Silke dabei ist. Sie kann sich auf das Dach des Silos setzen und bescheid sagen, wie voll es ist. Das Dach ist kegelförmig. In der Mitte befindet sich ein Loch von etwa einem Meter Durchmesser. Hier endet die Förderschnecke. Der Lkw wird entladen. Silke prüft immer wieder, wie voll das Silo ist. „Da geht noch was“, teilt sie mit, als der Lkw leer ist. Also zurück zum Feld und die nächste Fuhre transportieren. Auch diesmal passt noch etwas hinein. Nach der dritten Fuhre kann Silke das Korn berühren. Auch wenn noch einige Tonnen passen würden, belassen wir es dabei. Wir haben das Silo bis unters Dach gefüllt.

Einige Tage später klettert Richard auf das Dach des Silos. „Wow, das habt ihr wirklich voll gemacht! Zu voll!“ Er erklärt, dass die Silos nur bis zu einem bestimmten Punkt gefüllt werden dürfen. Bis zum Ende der Seitenwände ist ok, alles danach kann das Dach sprengen. Upps!

 

Es regnet mal wieder Öl

Silke: „Leon fuhr mit dem Chaser Bin weiter. Wir hatten gerade entladen. Ich drückte den Knopf, doch die Förderschnecke faltete sich nicht ein. Ich versuchte es erneut, nichts passierte. Über das Funkgerät suchte ich Rat. Ich schaltete die Maschine aus und wieder an. Nichts. Die Förderschnecke funktioniert über Hydrauliköl, das wusste ich. Also versuchte ich die anderen hydraulisch angetriebenen Teile zu bewegen. Nichts.

Ein Schlauch hatte ein Leck. Jedes Mal, wenn ich die Hydraulik bediente, spritzten feine Öltropfen heraus. Jetzt war der Öltank leer.

Richard und Leon hatten den Ölregen schon länger beobachtet, hatten ihn aber für Staub gehalten.“

 

 

Ein nicht ganz normaler Tag

Chaotisch ist er, unser Boss. Unorganisiert und sprunghaft.

„Die Sonne scheint, jetzt wird geerntet!“, ertönt sein Befehl über den Hof „Lasst alles stehen und liegen, wir fahren zu den Mähdreschern!“ Wir schmeißen alles, was wir in Händen halten einfach hin und rennen zu den Fahrzeugen. In wilder Hektik suchen wir noch einige Sachen zusammen und schmeißen sie auf die Ladeflächen, bis uns Richards strenger Blick trifft. Er ist in Eile, also müssen auch wir uns beeilen.

Es geht los. Mit rasendem Tempo brettern wir über die Felder, hinter uns wedelt Staub durch die Luft. Wir erreichen das Feld. „Alle Mann in die Maschinen, wir haben keine Zeit!“, Richards Stimme hat sich zu einem hastigen Kreischen verändert. Die Mähdrescher fahren los. In der Eile haben wir die mobilen Silos komplett vergessen. Wo sind sie? Keine Ahnung. Hast du sie gesehen? Nö. „Die Silos, wir brauchen die Silos“, hören wir Richard aus der Ferne rufen. Zwei von uns springen in ein Auto und düsen los. Wir schauen nach links, dann nach rechts. Von den Silos keine Spur. Wo könnten sie bloß sein. Angestrengt denken wir nach. Auf welchem Feld haben wir sie zuletzt benutzt? Zum Glück gibt es ein Funkgerät. Wir fragen Richard um Rat. Er nuschelt. Wir können nur raten, dass es sich um Namen einzelner Felder handelt: „Commonurup, Q1, Q2, Eastland, Eagles Nest, Q4, Old Wilgie Hill, Arleys Dam, …“ Aha, irgendwo da stehen also die Silos. Dann mal los. Die Farm ist ja klein. Sind ja nur 5000 ha. Die fahren wir in Windeseile ab. Dann endlich, in der Ferne, klein und kaum sichtbar, tauchen die Silhouetten der Silos auf. „Wir haben sie gefunden!“, jubeln wir.

1 Stunde später erreichen wir die Mähdrescher, es kann losgehen. Doch was ist das? War das ein Regentropfen? Am Horizont waren seit Stunden dunkle Wolken zu sehen. Jetzt befinden sie sich genau über uns. Keine zwei Minuten später regnet es in Strömen. Wir packen ein und gehen nach Hause.

 

 

Mach mal Platz mit deiner kleinen Maschine

Silke: „Der Cat, der gelbe Mähdrescher, hatte nur einen kurzen Auftritt. Doch sein  Schneidewerk war ein Meter länger als die des John Deers. Das wollte ich Andre bei Gelegenheit unter die Nase reiben. Die Gelegenheit kam. Wir ernteten die letzten Hektar eines Feldes. Andre kam mir mit dem John Deer entgegen. Ich schnappte mir das Funkgerät. „Aus dem Weg mit deiner kleinen Maschine, mach Platz für meine große!“ Aus dem Funkgerät ertönte von allen Seiten Gelächter. Andre wehrte sich: „Größe ist nicht das Wichtigste.“ – „Das behaupten alle Männer“, kommentierte Catherine.“

 

 

Die Prinzessin in der Rille

„HILFE!“, schrillt Catherines Stimme durch das Funkgerät „RICHARD, antworte!“, dann wird es still. „RICHARD!!! ANTWORTE!“, hören wir sie erneut. Diesmal hat auch Richard den Hilferuf seiner Frau vernommen. Mit zittriger und verzweifelter Stimme erklärt Catherine, dass sie festsitzt. „Wie du sitzt fest? Mit dem Auto? Was ist denn passiert? Bist du in den Graben gefahren? Geht es dir gut?“, fragt Richard verdutzt. „Ich hänge in eine riesigen Rille!“, zetert Catherine erneut.

Die meisten Felder sind mit Rillen durchzogen. Während der Wintermonate weicht die Erde durch den vielen Regen auf. Mike muss trotzdem sprühen. Die Reifen des Sprayers hinterlassen tiefe Rillen. Catherine ist mit dem Auto in der größten gelandet. Ihre Vorderräder schweben in der Luft. Zum Glück naht der Ritter im weißen Landcruiser und rettet seine Prinzessin.

 

 

Die Fuchsfalle

Vor langer Zeit wurde einigen Siedlern Australiens langweilig. Sie entschieden sich auf die Jagd zu gehen. Damit sich unsere Jäger ein Bisschen mehr wie zu Hause fühlten, ließen sie 20 Kaninchen frei. Leider haben sie es nicht geschafft, alle 20 zu erschießen. Die Überlebenden zeugten schnell Nachfahren. Sie vermehrten sich rasend schnell und machten ganze Feldabstriche dem Erdboden gleich. Um die Plage zu bekämpfen führten die Siedler Füchse ein, denn die fressen bekanntlich Kaninchen. Nicht bedacht wurde, dass Füchse sich nicht ausschließlich von Kaninchen ernähren. Die einheimischen Kleintiere schmeckten den Füchsen mindesten genauso gut wie die europäischen. Die Kaninchen vermehren sich auch heute noch fleißig. Dank der genialen Idee Füchse einzuführen sind mittlerweile einige einheimische Tierarten vom Aussterben bedroht, andere sind bereits ausgestorben.

Auf Gungunnu sind die beiden Tierarten auch nicht gerne gesehen. Während die Kaninchen die Saat fressen, bedrohen die Füchse Catherines Hühner.

Voller Eifer wurden an einem Wochenende Fuchsfallen aufgestellt. Ein kleiner Eisenkäfig mit einem Stück Kängurufleisch sollte die Taugenichtse gefangen nehmen. Der Köder muss selbst für einen Fuchs zu sehr gestunken haben, denn kein einziger hat sich in die Falle verirrt. Stattdessen erlitt der älteste Sohn der Farmer einen Schock. Er kontrollierte die Fuchsfalle und berührte den Auslöser. Die Klappe fiel hinunter. Angus war gefangen.

Polly ist der alte Schafshund der Farm. Obwohl sie jeden Tag gefüttert wird, klaut sie Tom immer wieder sein Futter. Ihre Fresssucht wurde ihr zum Verhängnis, als die Fuchsfalle zuschnappte.

 



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Gungunnu - Ernte

Frankland, Australia



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