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Ich bin versichert!

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Der Rückflug nach Adelaide war gebucht. Zwei Wochen später würden wir unser Auto wiedersehen. Doch die Ernte war noch nicht beendet. Es hatte viel geregnet. Tagelang standen die Maschinen. Glücklicherweise versprach die Wettervorhersage  Sonne. Und tatsächlich, es wurde wärmer, das Korn trocknete. Die letzten Felder konnten gedroschen werden. Beide Maschinen fuhren. Aufgrund des vielen Regens ließen die Gerstenpflanzen die Köpfe hängen. Teilweise berührten sie den Boden. Richard machte eine einfache Rechnung: „Wenn ich mehr als 30 Köpfe pro Quadratmeter verliere, dann verliere ich eine Tonne Korn pro Hektar. Auf die verbleibenden Hektar gerechnet würde ich 144 000 Dollar weniger verdienen. Für den Betrag kann ich verdammt viel kaputt machen. Ab jetzt schneiden die Maschinen so tief wie möglich!“ Puh, so tief wie möglich bedeutet acht Zentimeter vom Boden entfernt. Die Felder sind nicht eben, überall liegen kleine Steine und Äste. Auf die 9, bzw. 12 m Schneidewerke übertragen bedeutete es zudem, dass bei einer kleinen Schräglage die eine Seite der Front den Boden berührt, während die andere Seite bis zu einem halben Meter vom Boden entfernt sein kann. Die Wahrscheinlichkeit die Mähdrescher zu zerstören ist hoch. Keiner von uns zeigte besonderes Interesse unter diesen Bedingungen einen Mähdrescher zu fahren.

 

Andre: „Richard disponierte die Fahrer wieder um. Er fuhr nun selber einen Mähdrescher, Silke den Chaser Bin und Leon den Volvo. Begeistert schwang Leon sich auf den Fahrersitz des Volvos und wollte loslegen. Im letzten Moment konnte ich ihn bremsen, um ihm eine kleine Einweisung zu geben. „Aha, es gibt also ein Motorbremse!“ schaute er mich dankbar für den Hinweis an. Auch für Leon war es das erste Mal, dass er Lkw fuhr. Einen Lkw-Führerschein hatte auch  er nicht. Doch er lernte schnell und nahm alle Erklärungen dankbar an.

Das Korn der letzten Felder wurde teilweise  in den mobilen Silos gelagert. In dem Fall brachten Leon und ich die Silos von einem Feld zum anderen. Es war eine tolle Zeit, auch wenn die Arbeit in der brennenden Sonne hart war.“

 

Adam und Richard kämpften unterdessen mit dem unebenen Boden. Beide saßen hochkonzentriert auf den Maschinen. Die Finger glitten wie bei einem Videospiel über den Joystick. Entladen wurde oft nur noch stehend. So konnten die Fahrer zumindest während einiger Minuten durchatmen. Schließlich wechselten wir in das letzte Gerstefeld. Bisher war alles gut verlaufen. Beide Maschinen funktionierten.

Nur noch wenige Hektar, dann war es geschafft. Plötzlich schallte Adams Stimme durch das Funkgerät: „Richard, ich glaube ich habe das Schneidewerk des Case komplett zerstört!“ Ein Baumstumpf lag nicht sichtbar unter den Pflanzen. Die Front des Mähdreschers war frontal auf das harte Holz gestoßen und in der Mitte verbogen. Der rote Mähdrescher hatte seine letzte Pflanze geerntet, zumindest für diese Saison. Adams Laune war in den nächsten Tagen dementsprechend mies. Er ärgerte sich über den Baumstumpf und über die kaputte Maschine. Zudem musste er nun den weniger komfortablen John Deer Mähdrescher fahren. Richard hingegen nahm alles gelassen. Er hatte die Entscheidung getroffen. Die Versicherung würde die Kosten übernehmen. Außerdem standen nur noch zwei Felder aus. Für ihn war die Ernte gedanklich schon beendet.

 



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Gungunnu - Ernte

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