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Fahrerwechsel

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Doch es kam wie so oft anders, als man denkt…

Mike und sein Roadtrain pendelten pausenlos zwischen der Farm und den Sammelstellen. 60 Tonnen Getreide passen in den Roadtrain. Je nach Andrang an den Sammelstellen kann er 1 bis 4 Ladungen pro Tag transportieren. Doch das war nicht genug. Fuhren beide Mähdrescher, dann wurde mehr Korn gedroschen als Mike transportieren konnte. Richard fuhr mit einem kleineren Lkw zwischen Feldern und Kornkammern hin und her. Der Chaser Bin entlud nun abwechseln in die mobilen Silos und in Richards Lkw. Eine Chaser Bin-Ladung und der Lkw war voll. Richard atmete jedes Mal erleichtert auf, wenn Mike erschien, um die mobilen Silos teilweise zu leeren. Das gab ein Bisschen Luft. Trotzdem arbeiteten die Mähdrescher für die Verhältnisse zu schnell. Es war ein gutes Jahr. Die Pflanzen sahen prächtig aus und der Ertrag war weitaus höher als erhofft. Es musste eine Lösung gefunden werden.

 

Andre: „Richard disponierte um. Leon fuhr nun vollzeitig den Chaser Bin. Silke bekam kurzerhand meinen Mähdrescher. Mir wurde ein Lkw zugewiesen. Ich war begeistert von der Idee. Auf dem Farmgelände erhielt ich die Möglichkeit, ohne Führerschein Lkw zu fahren. Die Chance werde ich so schnell nicht mehr bekommen.

Richard fuhr den Mercedes, ich bekam den Volvo. Es ist ein alter Baustellenlaster mit 16 Gängen. Bis zu 18 Tonnen Korn konnte ich laden. Es war eine Herausforderung. Ohne Ladung  war ich den Volvo schon öfter gefahren, doch es wird erst schwierig, wenn er voll ist. Mir blieb nicht viel Zeit, mich an die neue Situation zu gewöhnen. Die Mähdrescher kannten kein Erbarmen. Uns „Truckfahrern“ schien die Zeit jedes Mal durch die Finger zu rinnen. So schnell es ging fuhren wir von den Feldern zu den imposanten Silos. Dort stand eine Förderschnecke bereit. Die Maschine transportiert das Korn über eine Spindel durch ein Rohr. Im Falle der Silos wird das Korn am Ende der Förderschnecke durch eine Luke im Dach in das Silo entladen.

Egal, wie sehr wir uns beeilt hatten, die Förderschnecke brauchte seine Zeit. Mir kam es meist wie eine Ewigkeit vor, bis der Lkw entladen war. Einmal hatte ich die Distanz zwischen Lkw und der Förderschnecke falsch eingeschätzt. Ich hörte einen Knall. Die Förderschnecke hatte eine kleine Beule, funktioniert aber noch. Kurz später passierte Richard das Gleiche. Die kleine Beule war nun erwachsen.

An manchen Tagen brannte die Sonne gnadenlos vom Himmel. Alle Maschinen hatten eine Klimaanlage, außer mein Volvo. Ich schwitzte und schwitzte und schwitzte. Richard belohnte mein Durchhaltevermögen mit einem Kasten Bier.

 

Der Mercedes kann 25 Tonnen laden. Anfangs fuhr Richard ihn. Es ist ein alter Sattelaufleger, V8, 300 Ps, zehn Gänge mit unsynchronisiertem Getriebe. Zum Anfahren wird die Kupplung benutzt. Danach werden die Gänge einfach reingedrückt. Auch diesen Lkw durfte ich fahren. Der Unterschied zum Volvo war gigantisch. Es ist unglaublich, was 25 Tonnen im Hänger ausmachen. Der Umgang mit den Gängen verlangte die meiste Konzentration. Verschalten durfte ich mich nicht, sonst wäre ich die Berge nicht mehr hochgekommen. In den Hängen hätte es bedeutet, dass ich nicht mehr rechtzeitig langsamer geworden wäre.

Auf der Farm lief alles nach dem Prinzip: „Das Korn muss ins Trockene, komme, was wolle!“ Wahrscheinlich war das einer der Gründe dafür, dass beide Lkws immer hoffnungslos überladen wurden.“

 



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