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Die Nullabor

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Vier Tage lang fuhren wir durch die endlosen Weiten Australiens. Stundenlang schauten wir uns die monotone und doch beeindruckende Landschaft des Outbacks an. 146 km fuhren wir geradeaus, auf der längsten Geraden des Kontinents. Sowohl zu unserer Linken, als auch zu unserer Rechten endlose Weiten, verdorrte Sträucher und hin und wieder ein Busch. An den Straßenrändern häuften sich Kadaver von Kängurus und Wombots. Roadtrains kamen uns mit unglaublichen Geschwindigkeiten entgegen. Tankstellen mit enorm hohen Preisen standen uns spätestens alle 200 km zur Verfügung.

 

Im Gegensatz zu Westaustralien war es auf der Nullabor heiß. Teilweise erreichte das Thermostat 40 Grad Celsius. In der Mittagszeit hielten wir an und ruhten uns für einige Stunden aus. Kaum setzten wir einen Fuß aus dem Auto, stürzten sich die Fliegen auf uns. In Windeseile bauten wir das Moskitonetz unseres Zeltes auf. Drinnen wurde es meist noch heißer, aber so konnten wir uns zumindest ein wenig ausruhen.

 

Andre: „In der Nacht des zweiten Tages zog ein Sturm auf. Die Zeltplane spannte sich und flatterte laut. Der Wind peitschte über die Ebene, feiner Staub wehte durch das Moskitonetz ins Innere des Zeltes. Die wenigen Bäume auf dem Rastplatz krachten gefährlich. Wir waren beide schon mehrmals wach geworden. Plötzlich klirrte es draußen. Unsere Becher, Gabeln, Messer und Töpfe flogen über den Platz. Die Luft war angenehm warm, der Mond schien hell. Wir sammelten alles wieder ein und legten uns erneut schlafen.

Als wir am nächsten Morgen die Augen öffneten, sahen wir das ganze Ausmaß. Eine Staubschicht hatte sich im Inneren des Zeltes ausgebreitet. Unsere Gesichter und die Schlafsäcke schimmerten rotbraun.“

 

Hinter der Grenze zu Südaustralien veränderte sich die Landschaft rasant. Mehrere Aussichtspunkte zeigten Strände und eine beeindruckend abfallende Felswand.

Aus der monotonen Ebene wurde eine Steppe. Dann erblickten wir die ersten Farmen. Kilometerlange Felder mit goldgelbem Korn zeigten die ersten Anzeichen der sich nähernden Zivilisation. Hier hatte die Ernte bereits begonnen.

 

Die letzte Nacht auf der Nullabor verbrachten wir auf einem Campingplatz. Es wurde Zeit für eine Dusche.

Wir kamen mit einem Schweden ins Gespräch, der neben uns campte. Er durchquerte die 1200 km mit dem Fahrrad. 100 km hatte er sich pro Tag vorgenommen. Noch stand er am Anfang der Strecke. Alter Schwede!

 

Kurz vor Ceduna, dem ersten Ort Südaustraliens erreichten wir die Quarantänestation. Obst und Gemüse darf nicht in andere Staaten eingeführt werden. Wir hatten damit gerechnet, dass die Quarantänestation bereits an der Grenze sein würde und unsere sieben Zwiebeln und drei Äpfel schon vor zwei Tagen gegessen. Nur noch eine Knoblauchknolle war übrig geblieben. Wir wollten schließlich nicht auch in Quarantäne gesteckt werden. Diese landete jetzt im Mülleimer.

 

Den längsten Golfkurs der Welt haben wir leider verpasst. Als neuste Attraktion wurde ein Golfkurs entlang der Nullabor gebaut. Das erste Loch befindet sich in Ceduna (Südaustralien) und das letzte in Kalgoorlie (Westaustralien). Alle 100-200 km befindet sich an einem Roadhaus (Hotel mit Tankstelle) eines der 18 Löcher.

Wenn die Männer mit den weißen Kitteln irgendwann bei euch anrufen, dann haben wir wahrscheinlich versucht den längsten Golfkurs der Welt mit dem Golfbuggy zu fahren.



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1200 km endlose Weiten

Eucla, Australia



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