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Die Horrorfahrt

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Endlich war es soweit, die Koffer waren gepackt, unser Knopf abfahrbereit. Wir verabschiedeten uns von Catherine, Richard und den Kindern. Dann ging es los. Keine 200 m vom Haus entfernt hielten wir an. Wir befanden uns noch immer auf Farmgrund. Wir hatten zwar einen Plan, welche Orte und Attraktionen wir sehen möchten, doch nun spielte uns das Wetter einen Streich. Eine Regenfront befand sich über dem Südwesten Australiens. Weiter im Norden schien die Sonne, doch unser Ziel, Walpole, lag südlich.

 

Nachdem Vor- und Nachteile abgewogen waren, entschieden uns trotz des schlechten Wetters für Walpole.

Unsere grobe Karte zeigte eine gerade Straße, die durch den Mount Frankland Nationalpark führt. Dort angekommen regnete es in Strömen. Der Zustand der Schotterstraße war katastrophal. Schlaglöcher, Schlamm, tiefe Wasserpfützen und Flüsse, die die Straße überfluteten, soweit das Auge reichte. Wir schauten uns an, suchten die Zustimmung des anderen. Ein leichtes Nicken reichte, das Abenteuer konnte beginnen!

Das Auto rutschte mehr als es fuhr, teilweise nur auf dem Unterboden. Mit durchgedrücktem Gaspedal stürzten wir uns ins Ungewisse. Anhalten war nicht möglich, sonst hätten wir auf der Stelle campieren müssen.

 

Silke: „Die Scheibenwischer an unserem Käfer haben kein Intervall. Sie bewegten sich viel zu schnell und schlugen gegen die Dichtungen. Andre versuchte mit aller Kraft, das Auto auf der Straße zu halten. So wurde das Bedienen der Scheibenwischer zu meiner Aufgabe. Ich schaltete sie an und aus. Alle paar Sekunden tupfte ich das Armaturenbrett trocken. An zwei Stellen drang Wasser durch die  porösen Dichtungen. Unser nagelneues Radio bangte um sein Leben.“

 

Andre: „Die Fahrt war der reinste Horror und das am ersten Tag. Wirre Gedanken schossen mir durch den Kopf: „Hoffentlich versinken wir nicht! Wir brauchen einen Eimer, um Wasser aus dem Auto zu schaufeln! Gibt es irgendwo neue Scheibenwischer? Bei dem Wetter kann man niemals zelten!“ Mit aller Kraft versuchte ich, das Auto auf der Fahrbahn zu halten. Wie lange würde es noch so weitergehen?“

 

Dann, endlich, nach mehr als 100 km sahen wir sie: eine Teerstraße. Erleichtert atmeten wir auf. Unser Knopf hatte seine erste Bewährungsprobe überstanden!

 

Es regnete immer noch in Strömen und die Dämmerung würde bald einsetzen. Wir hatten uns schon damit abgefunden unser Zelt inmitten der Wasserpfützen aufzubauen. Zum Glück kam es anders. Im Infocenter in Walpole erfuhren wir, dass es nicht weit entfernt eine kleine Hütte gibt, die von Reisenden genutzt werden kann.

Die Chance ließen wir uns nicht nehmen. Mitten im Wald, idyllisch an einem Fluss gelegen, fanden wir den „Hut sweet Hut“; drinnen zwei Feldbetten und ein Ofen. Auch Toiletten und ein Wassertank waren vorhanden. Wunderbar! Mit so viel Luxus hatten wir nicht gerechnet. Dankbar wärmten wir uns am Feuer und freuten uns über die nächste Etappe unserer Reise.



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On the road again!

Walepole, Australia



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