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Das Ende ist greifbar nah

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Fangen wir mit dem Wetter an: es war einfach sch…

Die arktischen Temperaturen hatten nichts mit Australien zu tun, wir müssen in das falsche Flugzeug gestiegen sein und sind ungewollt nach Sibirien geflogen. Es regnete sehr viel, tagsüber war es kalt, nachts eisig.

Die Häuser in Australien sind nicht für das Wetter ausgelegt. Gipswände sind üblich, Einfachverglasung ist Standart, Heizungen sind ein Fremdwort, die Häuser stehen auf kurzen Holzstelzen, ein Fundament existiert nicht. Doch Feuerholz ist umsonst, wir mussten es nur selber sägen.

Unsere Abende verbrachten wir meist im Schneidersitz vor dem Ofen, unser Bett hatten wir zeitweise ins Wohnzimmer verlegt.

 

Da das Wasser nicht in den Boden sickert, bilden sich, sobald es regnet, in allen Senken kleine Seen und Wasserläufe durchziehen die Felder. Es war jedes Mal ein Risiko, wenn man durch die Wiesen fuhr. An den falschen Stellen blieb man stecken. Da auf der Farm die Regel herrscht, dass jeder, der sich festfährt und rausgezogen werden muss, einen Kasten zahlt, ist doppelte Vorsicht angesagt.

Silke: „Ich schaffte es trotzdem, die nassen Stellen ungewollt zu finden und musste zweimal herausgezogen werden. Das erste Mal war besonders peinlich. Ich hatte es geschafft, in der einzigen nassen Fläche, die ungefähr 6 Quadratmeter maß, bis zum Unterboden steckenzubleiben. Richard konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Du hast die einzig nasse Stelle auf der gesamten Farm gefunden!“, lachte er, während er die Kette an seinem Auto befestigte.“

 

Nach dem Sähen kauften wir unser Auto (siehe Kapitel „Unser Knopf“).

 

Nach dem Sähen stand die nächste unangenehme Arbeit auf dem Programm: Rockpicking! Hört sich lustig an, ist es aber nicht. Die Pflüge des Sähers befördern Steine aller Größen an die Oberfläche. Werden sie nicht aufgesammelt, beschädigen sie die Klingen des Mähdreschers. Es gibt Maschinen, die einen großen Teil der Arbeit erledigen können. Das fiel Richard leider erst sehr spät ein. Bis dahin musste alles in guter alter Handarbeit aufgesammelt werden.

Die erste Maschine, die uns das Leben erleichtern sollte, war die „Rockbucket“. Das Grundgerüst ist eine Schaufel, auf der Ketten über eine Spule drehen. Die Eisenketten sollen die Steine in die Schaufel schleudern.

 

Andre: „Richard lieh sich die Maschine von der Nachbarfarm und beauftragte mich sie nachzubauen. Gesagt, getan. Ich verbrachte eine Woche in einer benachbarten Werkstatt. Da nur die Schaufel vorhanden war, baute ich die Rolle mit der Kette, die vom Traktor aus hydraulisch bedient werden sollte. Richard musste unzählige Einzelteile bestellen, die ein halbes Vermögen kosteten.

Als die „Rockbucket“ dann endlich fertig war, schwang Richard sich auf den Traktor und testete sie geschlagene fünf Minuten. Das System funktionierte nicht, weil sein Traktor nicht dafür ausgelegt ist. Seitdem steht die Maschine in der Ecke. Dass er die geliehene Maschine noch nicht einmal ausprobiert hatte, hat er uns erst später erzählt.“

 

Es sollte also wieder per Hand weitergehen…

Dann erinnerte Richard sich an die uralte, gut funktionierende „Rock-o-matic“ Dies ist ein Anhänger, der die Steine über drehende Arme in einen Behälter wirft. Sehr alt, sehr simples System, einfach genial! Diese Maschine stand jahrelang verlassen und vergessen in der Ecke. Sie brauchte nur ein bisschen Liebe und Starthilfe. Seitdem war die Arbeit auch nicht mehr so anstrengend.

 

So verbrachten wir endlose Tage mit den Steinen, aber das Ende unserer Farmarbeit wurde greifbar.

In den letzten Wochen erledigten wir an den Wochenende die letzten Arbeiten an unserem Knopf. Auch wenn es knapp wurde, konnten wir alle wichtigen Reparaturen und Einbauten erledigen, um unser Auto reisefertig zu machen.

Schnell kam der Tag unseres Fluges nach Belgien.



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Gungunnu - Ende gut, alles gut!

Frankland, Australia



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