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Neu ist nicht immer treu

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Wir säten nun ungefähr 1,5 Monate und die Tage waren einfach nur lang und anstrengend. 10 Stunden arbeiteten wir eigentlich immer, 11 bis 12 Stunden waren nicht selten und je nachdem wie es lief konnten es auch 15-16 werden. In den letzten 2 Monaten hatten wir einen Tag und einen Nachmittag frei und die Energiereserven näherten sich dem Ende. Wir freuten uns beide auf das Ende der Seeding und hofften auf ein freies Wochenende, an dem wir ausspannen und ausschlafen können. Aber soweit schien es noch lange nicht zu sein.

 

Der Säher hat so einige Produktionsfehler und dabei war er noch kein Jahr alt. Auch das war neben dem immer wieder ausbleibenden Regen einer der Gründe, aus denen wir ständig stoppen mussten. Zuerst ging die Hydraulikpumpe kaputt, dann brach die Box ab, in dem Saatgut und Dünger aufbewahrt wurden. Dies alles zog die Seeding noch einmal in die Länge.

Die kaputte Box glich einer Katastrophe. Die Box hat eine eigene Lenkung, dadurch folgt sie dem Säher. Diese war zu schwach ausgelegt. Durch die Dauerbelastung brach das Kreuzgelenk der Lenkung, woraufhin die Box unkontrolliert von links nach rechts schwenkte. Wir fuhren mittlerweile Tag- und Nachtschichten. In dieser Nacht saß Andrew auf dem Säher. Da es bereits dunkel war, sah er die Box nicht. Nach einiger Zeit brach der Verbindungsarm. Die Box rammte den Säher und beschädigte viele der Hydraulikschläuche und die Verteilerkiste. Richard stand vor einem Problem, da es in Australien kaum Ersatzteile gibt. Nach tausenden Anrufen fand er ein Geschäft in Queensland, das die Teile noch einmal hatte. Die Ersatzteile wurden per Eilpost einmal quer über den Kontinent geschickt. Drei Tage später konnten wir mit Sähen fortfahren.

 

Auszug aus einer Mail an unsere Eltern:

„Andre sitzt wieder auf dem Seeder und drehte fröhlich (oder eher gelangweilt) seine Runden. Ich werde mich gleich noch ein paar Stunden neben ihn setzen, damit die Zeit schneller vergeht und wir noch ein paar Stunden miteinander verbringen können.
Wenn ihr auf Regen wartet, dann geht es euch nicht anders als uns. Wir fangen jetzt zum dritten Mal mit Säen an. Bisher hat Richard immer wieder nach einigen Tagen stoppen müssen, weil der erwartete Regen dann doch nicht gekommen ist. Und auch jetzt sieht es nicht besser aus. Anscheinend soll es ab nächsten Dienstag ein Bisschen regnen, aber wenn man sich andere Nachrichten anschaut, dann doch nicht... Wir haben also heute Morgen mal wieder mit Sähen angefangen (und dabei hatten Andre und ich uns so auf ein freies Wochenende gefreut - danach sah es nämlich gestern aus). Mal schauen, wie lange wir weitermachen.
Aber Richard ist zuversichtlich, dass wir bis morgen Nachmittag mit Raps fertig sind und dann gehen wir eventuell einen Tag an der Küste fischen. Das wär echt schön.“

                                                                                                 

Ende Mai war das Ende in Greifweite. Zum ersten Mal seit Wochen hatte es noch einmal geregnet. Da das Wasser nicht direkt in den Boden sickert und es bei starkem Regen sehr rutschig ist, wurde an diesem Tag nicht gesät. Am nächsten Morgen ging es dann weiter und die Tage wurden wieder lang... Gut für uns, auch wenn es richtig anstrengend war, denn während dieser Zeit hatten wir lange Arbeitstage und verdienten auch dementsprechend.  

 

Ende Juli war es dann endlich soweit. Die letzten Felder waren bestellt und Richard verkündete das offizielle Ende der Seeding. Wir waren einfach nur erleichtert.



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Gungunnu - Seeding

Frankland, Australia



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