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Die lieben Schafe

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Die Farm befindet sich seit 4 Generationen in Familienbesitz. Ursprünglich war es eine reine Schafsfarm. Erst Richard und sein Vater begannen mit dem Ackerbau. Seitdem hat Richard sich auf den Anbau von Getreide spezialisiert. Heute hat er nur noch um die 3000 Schafe. Andere Farmen in der Gegend besitzen bis zu 40 000 Schafe. Richard hat nicht viel Geduld, vor allem, wenn es um Schafe geht. Sooft wie möglich gab er diese Aufgaben allzu gerne an uns oder Mike ab…

 

Hier einige unserer Erlebnisse:

 

Kurz vor dem Sähen verbrachten die Farmbesitzer ein Wochenende in Perth. Mike, der einzige Angestellte auf der Farm, war auf einem Festival. Für uns sollte es ein Wochenende voller Entspannung werden.

 

Am Freitagabend wurden wir zu „Fish and Chips“ eingeladen. Nach dem Essen traten wir den Heimweg an, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Unser freies Wochenende konnte beginnen. Das dachten wir zumindest! Kaum waren wir losgefahren, entdeckten wir zwei Lämmer, die aus der Wiese ausgebüchst waren. Richard teilte uns über Funk mit, dass wir die Tiere wieder einfangen, bzw. auf die Wiese treiben sollen. Es war bereits stockdunkel. Kaum startete die Aktion, war Tom, der „Hirtenhund“, sofort zur Stelle. Bei ganzen Herden leistet Tom super Arbeit, bei einzelnen Tieren ist er schwer zu händeln. Dann geht der Jagdinstinkt mit ihm durch und Kommandos werden nur am Rande wahrgenommen.

Die nächtliche Schafsaktion endete damit, dass eines der beiden Tiere in einer Wellblechplatte hängen blieb, eine große Schnittverletzung am Bauch erlitt und zur Wiese getragen werden musste. Tierärzte werden hier nicht gerufen. Entweder das Tier überlebt, oder eben nicht. Richard fragte nur: „Meinste das stirbt?“

 

Richard, Catherine und die Kinder tauchten am nächsten Morgen unverhofft an unserem Haus auf. Wir wollten uns gerade auf den Weg zum Einkaufen machen. Da wir nur alle zwei Wochen einkaufen, war unser Kühlschrank leer.

Aus einem der Felder waren ca. 20 Böcke ausgebrochen. Richard fragte beiläufig, ob wir die nicht mal schnell wieder einfangen können. Catherine saß genervt auf dem Beifahrersitz, weil ihr freies Wochenende schon wieder einige Minuten kürzer ausfiel.

Also ging’s zur Farm.

Leider war uns nicht ganz klar, auf welches Feld der ca. 5000 ha großen Farm die Boecke gebracht werden sollten, so dass wir uns erstmal für ein kleines Gehege in der Nähe der Ställe entschieden.

 

Andre: „Ich schnappte mir das Moped, Silke den Landcruiser mit Tom hinten drauf, alle Zauntore wurden in die richtige Position gebracht und dann ging’s los.

Die Aktion war recht erfolgreich, wir verloren nur einen Bock im Wald. Das ist eine ziemlich niedrige Verlustrate. Mike entdeckte vor kurzem ca. 100 Schafe, die beim letzten Scheren vermisst wurden und schon abgeschrieben waren. Ganz genau weiß keiner, wie viele Schafe sie eigentlich besitzen.“

 

Dann ging es zum Shopping. Dieses Mal mussten wir uns sputen, denn es gab noch eine andere Herde, die auf uns wartete…

 

Auf einem anderen Feld standen noch ca. 100 Lämmer. Diese mussten in eine andere Wiese getrieben werden.

 

Andre: „Die Aufgabenverteilung war die gleiche wie morgens: Ich auf dem Moped, Silke im Landcruiser und Tom rennt hinter den Schafen her. Es war das erste Mal, dass wir eine Herde dieser Größe alleine treiben mussten. Hinzu kam, dass der Weg  ungefähr 5 km über die Offroadstraße führte. Hier fahren zwar nur selten Autos, aber wenn, dann sind sie meisten nicht langsamer als 100 km/h und auch die Lkws/Roadtrains sind nicht zu verachten. Die Schafe reagieren auf jedes Motorengeräusch, jeden Menschen, jeden Hund und laufen in eine andere Richtung.

Auf der Wiese hatten wir die Herde schnell zusammengetrieben, Tom leistete gute Arbeit, nur ein Schaf blieb zurück. Silke versuchte es mit ausgeklügelter Taktik zu fangen. Leider verstand das Schaf die Taktik nicht. So musste es zu einem späteren Zeitpunkt abgeholt werden…

Auf der Strasse blieb das nächste Lamm zurück. Es hinkte und so versuchte  Silke es zu fangen. „Es ist ja nicht schnell“. Blöderweise hatte das Schaf verstanden, dass es von dem Auto nicht viel zu befürchten hat. Also trottete es gemütlich vor dem Auto her. Sobald Silke ausstieg, sammelte es seine Kräfte und lief schnell Richtung Herde. Also rannte sie  zurück zum Auto und fuhr wieder hinterher, stieg wieder aus, versuchte das Schaf zu fangen, rannte zum Auto zurück, fuhr hinterher, stieg wieder aus… Beim ca. zwanzigsten Mal hatte Silke das Lamm gefangen, zum Auto getragen und auf die Ladefläche gehoben. Die Fahrt ging weiter, alles war super und das Lamm … sprang runter. Also noch einmal von vorne!

Im Großen und Ganzen lief alles gut. Die Lämmer hatten die Wiese erreicht.“

 

Mittlerweile war uns klar, auf welches Feld die Schafsböcke sollten. Also fuhren wir zurück zur Farm. Die Böcke sind um einiges sturer, fetter und SCHWERER als die Lämmer. Silke auf Position, Andre auf Position, Tom bekam das Kommando „treiben“ und die Boecke rannten los. An der ersten Kreuzung entschied sich eines der Tiere anders und schlug den Weg zur Farm ein. Wir ignorierten es erstmal, die Herde ist wichtiger. An der nächsten Kurve entschied sich der nächste Bock für einen kleinen Kampf mit Tom. Der Rest der Herde lief glücklicherweise ins Feld. Tom schien den Kampf mit dem Bock zu verlieren, denn dieser griff ihn an. Mit unserer Unterstützung ließ der Bock von Tom ab und landete schließlich im richtigen Feld.

 

Andre

„Es blieb also nur noch ein verirrtes Schaf, das ich gegen den Zaun eines Geheges getrieben hatte und dort festhielt. Ein einzelnes Schaf kann man nicht treiben, ohne Herde drehen die Tiere durch. Wir suchten nach Lösungen. Der Bock brachte mindestens 100 kg auf die Waage.

Da wir kaum eine andere Möglichkeit hatten, beschlossen wir, ihn  auf die Ladefläche des Landcruiser zu heben. Auf dem Weg dorthin fragte Silke, ob man ein Schaf auch reiten kann. Wir zweifelten, aber probieren geht über studieren und prompt setze sich Silke auf das Schaf, das direkt losrannte. Silke blieb einige Meter sitzen, dann kam der Zaun gefährlich nahe. Also musste es doch auf den Landcruiser und zum Feld gefahren werden.“

 

Der Rest unseres Wochenendes war gerettet und wir konnten uns in Vergnügen stürzen.

 



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