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Ein weinendes und ein lachendes Auge

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Leider hatten wir dem Telefongespräch etwas zu viel Bedeutung beigemessen. Mangelnde Sprachkenntnisse und die Hoffnung auf einen Job führten dazu, dass wir die Aussage „falls ihr den Job bekommt, beginnt die Arbeit im April“ schnell vergaßen. Wir buchten den nächsten Bus nach Esperance.

 

Mit neuem Mut erreichten wir die kleine Stadt am Meer. Die Jugendherberge war unglaublich teuer, aber immer noch die günstigste Möglichkeit in dem überteuerten Touristenort. In den nächsten beiden Wochen zahlten wir mehr als das Doppelte für die Übernachtungen.

 

In den ersten Tagen machten wir einen Termin mit Brad aus, dem Farmer. Seine Mutter holte uns am besagten Tag vor der Jugendherberge ab und fuhr kilometerweit ins Outback.

In der Nähe der Farm gab es eine Straße namens ‚Belgianroad’. Viele Belgier hatten sich in der Gegend angesiedelt.

Später entdeckten wir eine Schlange, die die Straße überquerte. „Wollt ihr die Schlange fotografieren?“, fragte unsere Fahrerin. Natürlich wollten wir, es war schließlich die erste Schlange, die wir zu Gesicht bekamen. Das Auto wurde gewendet, wir hielten auf die Schlange zu und … pratsch, schon hatte sie ihre letzte Bewegung gemacht. Brads Mutter kommentierte ihr Verhalten beiläufig: „Ich hasse Schlangen. Die hat meinen Hund umgebracht!“ Das Foto war natürlich nicht mehr annährend interessant, aus Höflichkeit machte Philip es trotzdem.

An der Farm angekommen stellten wir enttäuscht fest, dass Brad nicht so schnell mit unserer Ankunft gerechnet hatte. Er wartete immer noch auf den Anruf zweier Deutscher, die vorher bei ihm gearbeitet hatten. Sollte er diese nicht erreichen, würden wir den Job bekommen. Er versprach uns, sich innerhalb der nächsten Woche zu melden.

 

Also ging die Jobsuche weiter. Wir verbrachten wieder Tage in der Mediothek, durchwühlten Jobanzeigen, schrieben Bewerbungen, verteilten Handzettel und klagten dem Hostelbesitzer täglich unser Leid.

Eines Sonntags stand er plötzlich mit dem Telefon vor uns. So kam es, dass wir spontan ein Zirkuszelt abbauten. Es war der schlechtbezahlteste Job weit und breit, aber zumindest hatten wir ein wenig Geld verdient.

 

Da Philip schon im Mai zurück nach Belgien wollte und er mit der Jobsuche eigentlich nur Geld und Zeit verlor, suchte er sich eine Mitfahrgelegenheit nach Adelaide.

 

Wir widmeten uns weiterhin der Arbeitssuche. Auf einer Jobseite im Internet machten wir unter anderem folgende Anzeige.

 

Belgian couple is looking for work!

We (age: 25 and 28) are looking for farming work, or work that will grant us our 2nd year visa. We are used to do hard work and are flexible.

Andre is a fully qualified mechanic and boilermaker, has also worked on farms in Belgium and has references from SA.

Silke is a teacher and has experience in hospitality.

We both worked already several years in Belgium and are willing to learn new skills.

We will be available from now!

Further informations, CVs and references are available.

Do not hesitate to contact us:

Andre: 0459484395  artmannandre@hotmail.de

Silke: 0487342351  silke_taeter@hotmail.com
 

Auf diese Anzeige meldeten sich schließlich zwei Farmen, eine in der Nähe von Perth und eine in der Nähe von Albany. In der Nähe bedeutet in Australien meist, dass man mindestens noch eine bis zwei Stunden durchs Nichts fährt.

 

Die Farm in der Nähe von Perth hatte uns ‚nur’ zum Vorstellungsgespräch eingeladen, hatte noch andere Bewerber und Arbeit für 2-3 Monate.

Die Farm in der Nähe von Albany hörte sich dagegen schon viel besser an.

 

Andre

„Sie suchten einen Mechaniker für die nächsten Monate und während des Telefongespräches hörte es sich so an, als ob sie auch Arbeit für Silke haben. Richard (der Farmbesitzer) erzählte mir, dass sie mit ihren vier Kindern Hilfe im Haushalt brauchen.

Nach mehrmaligen Nachfragen („Wir sind ein Paar, brauchen beide Arbeit …“) verstand ich eindeutig, dass sie Arbeit für uns beide haben.“



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Esperance - Abschied und neue Perspektiven

Esperance, Australia



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