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74. - 80. Tag der Reise - Yasawa Islands Cruise

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1. Tag der Kreuzfahrt – Tivua Island (74. Tag)

[Überraschung! Ein Zwischenstopp im Hafen lässt mir Zeit für einen kleinen Besuch im Internetcafe.]

 

Nachdem ich gestern Abend um 20 Uhr sofort eingeschlafen bin, wache ich um 6 Uhr auf. Das ist gut so. Jetzt habe ich noch genug Zeit um ein erstes Foto zu machen und in ein kleines Internetcafe gehen zu können. Sehr pünktlich werde ich abgeholt. Im Auto sitzen schon zwei Kanadierinnen. Wir unterhalten uns auf der ganzen Fahrt zum Hafen. Gut, dann sind nicht nur alte Ehepaare auf dem Schiff. Vom Hafen werden wir mit einem Boot zum Kreuzfahrtschiff gebracht. Insgesamt sind wir nur 31 Passagiere. So ist unsere Betreuung natürlich ausgezeichnet. Von den 31 sind mindestens neun aus deutschsprachigen Ländern. Auch der ‚Hotelmanager‘ ist aus Deutschland. Die Crew ist aber komplett aus Fiji.

 

Heute waren wir auf einer sehr kleinen Insel, Tivua Island (Mystery Island). Ich bin in etwa zehn Minuten einmal um die Insel gelaufen. Alles Strand, in der Mitte Palmen und andere grüne Bäume und Büsche. Absolut klasse. Allerdings hat es in Strömen geregnet. Dadurch entstand später ein traumhafter Regenbogen über dem Ozean. Zeitweise war es ein kompletter Bogen. Ich ging mit einem Regenschirm, hi hi. Doch nur so konnte ich Fotos machen.

An Bord hat sich dann jeder für das Captains Dinner vorbereitet. Trotzdem habe ich an den Sonnenuntergang gedacht. Auch der hat sich gelohnt.

 

 

2. Tag der Kreuzfahrt – Kava-Zeremonie (75. Tag der Reise)

Hier ist es ABSOLUT GENIAL, traumhaft …

 

Das Licht draußen weckt mich sehr früh. Da aber die Sonne noch nicht zu sehen ist, gehe ich aufs oberste Deck und warte. Es ist zwar nicht so einmalig wie auf dem Haleakala, aber trotzdem wunderschön.

Das Schiff nimmt gegen 5:30 Fahrt auf. Um 9 werden wir an einen Strand auf Drawaqa Island (Barefood Island) gefahren. Die Insel ist zwar unbewohnt, aber es befinden sich mietbare Hütten auf ihr. Ich fahre mit dem Glasbodenboot über die Korallenriffe. Die Farben der Fische und Korallen sind unglaublich. Fische und Korallen in rot, gelb, blau, orange …

Während wir auf Deck essen, fährt das Schiff an traumhaften Stränden vorbei, passiert kleine und größere Inseln und mir bleibt nur das Staunen. Am Nachmittag ankern wir vor Brothers Island. Ich genieße den Strand und die Aussicht vom Schiff aus. Da ich mir heute selbst ein Upgrade gegeben habe, genieße ich auch meine neue Kabine. Jetzt habe ich große Fenster und eine Tür direkt zum Deck. Vorher war ich nur mit einer Tür zu einem Flur und kleinen Bullaugen nicht besonders zufrieden.

 

Zum Abend hin ankern wir in einer Bucht der Insel Naviti Island. Wir werden übergesetzt und besuchen ein kleines Fiji-Dorf mit dem Namen Gunu. Die Einwohnerinnen und Kinder haben einen Kunsthandwerker- und Muschelmarkt aufgebaut, um ein bisschen Geld zu verdienen. Ich kaufe eine Lei und zwei sehr schöne Schnecken, die beide nur ein einziges Mal auf dem Markt zu finden waren. Manche Schnecken sollten wir nicht kaufen, da sie z. B. in Australien nicht eingeführt werden dürfen (Artenschutz).

Nach dem Markt werden wir durch eine Zeremonie der Männer begrüßt. Dabei haben wir die Möglichkeit ein sehr spezielles Getränk ‚Kava‘ zu probieren. Es macht die Zunge und den Gaumen etwas taub, schmeckt scheußlich, enthält aber keinen Alkohol. ‚Probieren‘ bedeutet hier natürlich ‚austrinken‘. Viele probieren deshalb gar nicht erst. Zum Trinken gehört auch ein kurzes Ritual. Das interessiert mich und ich mache es. Nun beginnt das Essen, dass seit Stunden in der Erde ‚gekocht‘ wurde. Alles schmeckt ausgezeichnet. Nach dem Essen ist Meke. Frauen und auch Männer tanzen. Sie haben sichtlich Spaß dabei. Und ringsherum z. T. im Dunklen sitzen die Kinder des Dorfes und jubeln. Wir sind so ziemlich alle sehr beeindruckt über die Kraft der Lieder und Tänze. Zuletzt tanzen natürlich alle von uns mit. Ich fand das super. Vorher hatte ich befürchtet, es könnte alles künstlich wirken und nur eine Art Show für uns sein. Aber so kam es mir ganz und gar nicht vor. Das Schiff kauft im Dorf als Dank Obst und Gemüse für unser Essen ein und unser Geld auf dem Markt hilft ebenfalls. Das Dorf hat keine offizielle Schiffsverbindung irgendwo hin.

Auf unserer Rückfahrt durch die Nacht zum traumhaft beleuchteten Schiff, sehen wir im Glasboden phosphoreszierendes Plankton. Wie Glühwürmchen im Ozean. Wahnsinn!

 

 

3. Tag der Kreuzfahrt – Ratu Namasi School (76. Tag der Reise)

[Die folgenden vier Tage sind so voll mit Erlebnissen, dass ich von jedem Tag nur eines davon aufschreibe. Natürlich das Eindrücklichste.]

 

Auf Yasawa Island haben wir heute die Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Die Schule besteht aus  vier Klassenräumen, einem Raum für den Kindergarten, einer Bibliothek, einem Krankenzimmer und dem Zimmer des Rektors. In den Klassen räumen sind die Klassen 1./2., 3./4., 5./6. Und 7./8. Die Lehrer wohnen auf dem Schulgelände, dass sich etwas außerhalb des Ortes befindet. Die Ratu Namasi Memorial School wird seit einigen Jahren von der Kreuzfahrtgesellschaft unterstützt und ist deshalb z. B. mit Stühlen und Tischen ausgestattet. Das ist nicht in allen Dörfern der Fall. Neben den Gebäuden ist ein großes Rugbyfeld, da Rugby hier Volkssport ist. Es laufen gerade die Weltmeisterschaften in Neuseeland. Heute spielen hier auch ein paar Jungs, während die meisten anderen Schüler für uns etwas aufführen. Während des Unterrichts tragen die Schüler eine Uniform, beim Sport aber nicht.

Nach einer Weile spielen draußen weiße Männer mit, die nicht von unserem Schiff sind. Sie kommen von einer Yacht, neben der wir geankert haben. Wir haben uns schon gefragt, was das für ein Schiff ist.

Nach den Aufführungen zeigen uns interessierte Kinder die Schule und unterhalten sich mit uns. Ab der vierten Klasse sprechen sie ziemlich gut Englisch. Zuerst lernen die Kinder ihren Fiji-Dialekt zu Hause, dann Fiji (Hochsprache) und ab der ersten Klasse Englisch. Vorwiegend Mädchen gehen mit uns herum. Mich führt Ginga, die Tochter des Schulleiters. Die Jungen sind beim Rugby, denn es spielt ein besonderer Gast mit. Von der Yacht kommt Fürst Albert von Monaco mit Frau und Bodyguards. Trotzdem unterhält er sich mit uns, einige machen Fotos und er bleibt geduldig. Seine Frau macht sich allerdings rar. Ich bin nicht so scharf auf ein Bild mit einem total verschwitzen Fürsten mit Sonnenbrille. Trotzdem war es natürlich interessant ihn oder beide mal zu sehen.

Die Kinder sind total nett und haben Interesse an uns. Das Schulgelände liegt direkt an einem Traumstrand. Unglaublich hier. Sollte ich hierher wechseln ?-)

 

 

4. Tag der Kreuzfahrt – Ratu Salema (77. Tag der Reise)

 

Heute ist mir was ganz Besonderes passiert. Ganz von selbst. Später meinte der Chief Engineer Harold zu mir: „You are a lucky one.“

Wir besuchen das Dorf Matacawalevu. Bevor wir uns frei umsehen dürfen und willkommen sind, müssen wir zum Chief (Häuptling) des Ortes. Auf Fiji klopft man nicht an, sondern ruft von draußen: „Dura, dura, dura.“ Ratu Salema antwortet und wir dürfen eintreten. Die Männer gehen zuerst, die Frauen dahinter. Wichtig ist es das Haus später durch die gleiche Tür zu verlassen, da sonst Unglück ins Haus kommen kann. Nach einer kurzen Zeremonie und der Übergabe eines Geschenkes sind wir willkommen. Ich habe keine Ahnung wie viel von dieser Zeremonie heutzutage wirklich nötig und wie viel nur Show ist. Doch um zu verdeutlichen, wo ich hier bin, folgende Geschichte. Im Juni 2011 besuchte das Kreuzfahrtschiff ein Dorf weiter im inneren einer Insel nach langen Vorbereitungen und Gesprächen zum ersten Mal. Die Einwohner des Dorfes gingen auf die Frauen unter den Passagieren zu, um sie zu berühren. Sie hatten zuvor noch nie eine weiße Frau gesehen. Das war, noch einmal zur Wiederholung, vor vier Monaten. – Der letzte Weiße wurde allerdings vor gut 150 Jahren verspeist.

Später übe ich mit dem Tauchlehrer des Schiffes das Atmen mit einer Flasche unter Wasser. Es klappt gut. Alle anderen Passagiere sind woanders oder auf dem Schiff. Während wir im 31° warmem Wasser auf unser Boot warten, kommt Ratu Salema mit seinem Stock zum Strand. Er ist bestimmt schon 70. Er trägt jetzt ein Unterhemd und eine Boxershort. Seinen Stock steckt er in den Sand, geht wenige Schritte ins Wasser, streckt sich lang nach vorne und taucht unter. Nach dieser Erfrischung kommt er zu uns. Wir sitzen jetzt alle drei bis zu den Köpfen im warmen Wasser und beginnen ein Gespräch. Er ist zuerst interessiert an den Tauchgeräten, dann an Deutschland und unserem Schnee. Er selbst hat vor Jahren einmal Schnee in Neuseeland gesehen und angefasst. Am meisten hat ihn das Gewicht des Schnees beeindruckt. Er ist sooo leicht. Diese Gesprächsrunde werde ich so schnell nicht vergessen: Mit einem Fiji-Häuptling im warmen Pazifik sitzen und über Schnee reden. Voll cool :-)

Gestern Fürst, heute Chief und morgen?

 

 

5. Tag der Kreuzfahrt – Nadi mit Letila (78. Tag der Reise)

 

Ich habe mich mit Letila, einem Crewmitglied aus Fiji verabredet. Sie zeigt mir die zweitgrößte Stadt der Hauptinsel. Wir fahren mit einem Taxi vom Hafen nach Nadi Downtown. Auf der Haupteinkaufsstraße steigen wir aus. Heute ist Samstag und hier ist der Teufel los. Allerdings denke ich eher in Indien zu sein, als in Fiji. Vielleicht kommt es mir auch nur so vor, aber die meisten Gesichter sehen indisch aus. Weiße sehe ich so gut wie gar nicht. Da Letila aus Nadi kommt, kennt sie viele Leute. Sie meint, dass sie ‚angeguckt‘ wird, da sie mit einem Weißen unterwegs ist. Bei Gesprächen mit Freunden stellt sie mich kurz vor und alle sind sehr freundlich. Hier ist echt viel los. Wir gehen auf meinen Wunsch hin zum Hindu Tempel. Angeblich ist das der größte Hindu Tempel außerhalb Indiens. Die Farben der Säulen und Decken sind der Wahnsinn. Bilder in knalligen Farben, Dachaufbauten wie aus buntem Porzellan.

Leider haben wir nicht viel Zeit. Wir gehen zum Obst- und Gemüsemarkt. Draußen sitzen die Verkäuferinnen auf dem Boden und bieten ihre Ware auf Tellern an. Im Inneren stehen Tische. Es gibt Bananen, Papayas, Tomaten, Chinakohl, Taro und eine Menge Sachen, die ich nicht kenne: 1 kg Bananen für 1 Fiji $ (keine 50 Cent), eine Ananas für 2 F$. Im letzten Raum gibt es nur Kava. Diese Wurzel ist ganz schön teuer. Sie wird zerstampft und dann getrunken. Allerdings nur in Gemeinschaft. Früher nur zu besonderen Anlässen.

Nach einer Taxifahrt zurück zum Hafen, stehe ich noch eine Weile bei Leuten aus der Crew und wir erzählen. Allerdings fahren sie früher und auf einem viel kleineren Boot zum Schiff zurück.

 

 

6. Tag der Kreuzfahrt – (79. Tag der Reise)

 

Am Vormittag ankert das Schiff bei Sacred Island. Diese Kreuzfahrt ist die einzige kommerzielle Tour, die hier ankern darf. Als Bezahlung dafür deponiert ein Crewmitglied in einer Höhle Kavawurzel. Wir werden am Strand gegenüber ans Ufer gebracht. Der Traumstrand zwischen einer kleinen heiligen Insel und einer größeren ist tabu. Da darf niemand hin. Ich nutze die Gelegenheit, um mit dem Glasbodenboot über das Riff zu fahren. Ich habe das zwar schon einmal gemacht, ich bin auch geschnorchelt, aber es ist immer wieder ein bisschen anders. Heute sehe ich wieder traumhafte Fische und Korallen. Aber auch Seeigel, die die Korallen zerstören. Deshalb tauchen zwei Crewmitglieder, um diese Seeigel heraufzuholen und später in Strandsand einzugraben. Wenn sie sich dabei an den Seeigeln verletzen würden, müssten wir sofort zu einem Krankenhaus fahren, da die Seeigel ein lebensgefährliches Gift in sich tragen. Heute sehe ich auch ein größeres Feld Seegras oder so. Es sieht traumhaft aus, wie sich diese Wiese mit dem Wasser bewegt. Als ob Wind über eine Wiese wehen würde. Faszinierend. Diese Unterwasserwelt hier ist einmalig. Es gibt kaum bessere Plätze auf der Welt zum Schnorcheln und Tauchen.

 

 

7. Tag der Kreuzfahrt – Namara Village School (80. Tag der Reise)

 

Tja, das ist schon mein letzter Abend an Bord. Ich bin schon heute traurig darüber das Schiff, die Inseln und die super Crew morgen verlassen zu müssen. Am Nachmittag habe ich auf einem Dorfmarkt eine Lei aus Frangipani (Plumeria) gekauft und den Rest des Tages getragen. Am Abend im Dunklen habe ich sie über Bord geworfen. Wenn man das macht, dann besucht man bald wieder Fiji.

Der Markt fand neben einer Schule statt, die wir besucht haben. Die Schüler der Schule haben traditionelle Lieder gesungen und einige Meke getanzt. Auf dem Foto tragen die Jungen keine Blumen-Lei, sondern trockene Leis, die länger halten. Die Lei des Jungen ganz rechts habe ich seiner Mutter später abgekauft. So etwas wird sonst nirgends angeboten. Der Junge kriegt bald eine Neue.

 

Auf dem Schiff wird abends Kava zubereitet und angeboten. Viele Crewmitglieder und einige Passagiere sitzen zusammen auf dem Boden auf einer geflochtenen Matte. Zwei Kokosnussschalen werden herumgereicht. Traditionell klatscht man vor der Entgegennahme der Schale einmal in die Hände, trinkt in einem Zug aus, gibt die Schale zurück und klatscht dann dreimal in die Hände. Das Klatschen ist kein richtiges Klatschen wie beim Applaus, es sollte eher dumpf klingen, nur mit den Handflächen. Ich glaube, dass die Crew diese Runden jeden Abend unten im Schiff veranstalten. Irgendwann merke ich, dass ich der letzte Weiße in der Runde bin.

 



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Round the World 2011/3

Nadi, Sydney, Singapore, Fiji, Australia, Singapore



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