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55. Tag der Reise - Kauai's Hindu Monastery

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So wie es auf Maui endete, so geht es auf Kauai weiter. Ich werde von einer anderen Bewohnerin gefragt, ob ich sie in ein Hindu Kloster begleiten und einer Puja beiwohnen möchte. Klar möchte ich, auch wenn ich keine Ahnung habe, was da auf mich zukommen mag.

 

Ein kleiner Teil des Klostergartens ist von 9 – 12 Uhr täglich zugänglich. Um 9 Uhr beginnt auch die Puja (vergleichbar mit einer christlichen Andacht). Als ich den Tempel barfuß betrete bin ich sprachlos. So einen schönen heiligen Platz habe ich noch nie gesehen. Rechts und links an den Wänden stehen 108 tanzende Shivas, jeder etwa 30 cm hoch, golden und alle in anderen Bewegungen. Hinter den Statuen sind dunkle Spiegel sanft beleuchtet. Der ganze Raum ist aus schwarzem Marmor. In der Mitte des Teppichs befindet sich eine hölzerne Drehscheibe mit kugelrunden Edelsteinen als Abbild unseres Sonnensystems. Jeden Tag werden die Planeten ihrer aktuellen Position entsprechend umgestellt. Shiva steht in der Mitte des Altarbereichs, links davon Ganesha und rechts ‚keine Ahnung wer‘. In der ersten halben Stunde finden vorne zahlreiche Rituale statt ausgeführt von einem Mönch, der ziemlich cool aussieht. Er trägt einen orangenen Sarong um die Beine, der Oberkörper ist frei. Auf der Stirn und an den Oberarmen hat er weiße Streifen aufgemalt, er trägt mehrere lange Ketten aus Rudraksha-‚Perlen‘ und einen goldenen Ohrring. Seine weißen Haare sind zu einem Knoten gebunden und sein weißer Bart wallt vor sich hin. Nach den Ritualen ist eine halbe Stunde Pause zur Meditation oder zum Beine vertreten. Das ist gar nicht schlecht, da man mit gekreuzten Beinen sitzen soll. In dieser Zeit ist Shiva verdeckt. Wenn der Mönch erneut beginnt ist Shiva noch nicht sichtbar. Als er wieder sichtbar ist, gehen mir die Augen über. Die Statue ist über und über mit Hibiskusblüten geschmückt. Rot, gelb und rosa. Das sieht wunderschön aus. Ich bin ganz hin und weg. Nach erneuten kurzen Ritualen kommt der Mönch zu uns. Er trägt einen fünfarmigen Kerzenleuchter in der Hand. Zum Reinigen fächelt sich jeder ein- oder dreimal die Wärme zu Brust und Gesicht. Anschließend gibt der Mönch uns nacheinander verschiedene Farben in die rechte Hand. Zuerst tupfe ich mir weiße Farbe, dann orangene und zuletzt rote Farbe auf die Stirn. Der Schluck Milch am Ende wird getrunken und der Rest über die Haare gestrichen. Zuletzt erhält jeder eine Hibiskusblüte. Im Anschluss ist die Atmosphäre sehr entspannt und viele unterhalten sich. Zuvor saßen die Frauen links und die Männer rechts, das kann sich jetzt offenbar auflösen.

Was ich noch gar nicht erwähnt habe ist der riesige Bergkristall zwischen dem astrologischen Brett und Shiva. Es ist der größte je gefundene Bergkristall mit einer Spitze und sechs Seiten. Er wiegt über 350 kg und bildet das eigentliche Herz des Tempels.

Das war sicher nicht der letzte Besuch heute.

 

Vor dem Tempel trifft Becky eine Bekannte, Giovanna. Sie lädt uns spontan zu sich ein. Sie wohnt nicht weit vom Tempel. Sie wohnt zusammen mit ihrem Freund, ihrem kleinen Sohn und einer älteren Frau in einem absoluten Traumhaus. Es ist das schönste Haus, das ich je gesehen habe. Und ich darf auch noch hinein. Das gesamte Haus ist aus rot-braunem Holz. Zwei zwölfeckige Häuser sind miteinander verbunden, Balkone umgeben die gesamte Etage. Und die Aussicht ist umwerfend. Man schaut auf ein Tal, dahinter sieht man den großen grünen halben Vulkankrater der Insel. Noch weiter oben befindet sich hinter Wolken der feuchteste Ort der Erde. Es regnet nahezu täglich. Meine Füße werden noch lange das Gefühl des Holzes unter sich spüren.



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Hawai'i 2011/2

Hilo, Kapaa, Honolulu, United States



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