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46. Tag der Reise - 'Ohi'a und Lehua

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In dem kleinen Ort Honomu fand ich einen kuriosen Antikladen. Der überwiegende Teil des Ladens war gesäumt von Regalen voller leerer Flaschen. Sie waren meist nach Farben geordnet. Ich habe nicht nach ihrem Wert gefragt, mir haben einfach die leuchtenden Farben gefallen. Es müssen hunderte gewesen sein. Ich habe auch etwas in diesem Laden gekauft. Eine ältere Postkarte. Da ich mir nicht ganz sicher war, ob wirklich das abgebildet ist, was ich glaubte, fragte ich den Besitzer. Er bejahte meine Vermutung, doch es fiel ihm sichtlich schwer weiter darüber zu reden. Auf der Postkarte ist ein Strand abgebildet, der schönste Black Sand Beach hier auf Big Island, vielleicht auf der ganzen Welt. Feinster schwarzer Sand, Palmen bis fast ans Meer. Der Ladenbesitzer war gerne an diesem Strand, er verbindet wohl auch besondere Erinnerungen damit. Doch diesen Strand gibt es nicht mehr. Er ist vollständig und für immer verschwunden. Die Lavaflüsse des Pu’u O’o haben nichts übrig gelassen.

Heute bin ich nach sechs Tagen in Volcano am National Park auf über 1200 m in den Norden der Insel nach Waiaka auf 700 m gezogen. Im Südosten ist Regenwald, hier liegt der Ort genau auf der Grenze zwischen dem feuchten Wetter aus dem Osten und der trockenen und sonnigen aus dem Westen. Dadurch entstehen hier sehr oft Regenbögen. Eine ganz außergewöhnliches Phänomen kann sich in Vollmondnächten ereignen: nächtliche Regenbögen vor dem Vollmond. Leider ist gerade Halbmond.

 

Ich wohne in der Lehua Suite, es ist ein kleines gemütliches Zimmer. Die Suite ließe sich durch eine Zwischentür mit einem weiteren Raum verbinden, wenn man mehr Platz haben möchte. Der andere Raum nennt sich Ohi’a. Beide werden hier fast immer zusammen genannt. Ohi’a ist ein Baum, ein knorriger Baum mit kleinen grün-grauen Blättern, der sowohl unten am Wasser als auch weiter oben im Regenwald und sogar auf über 2000 m noch steht. Lehua heißen die Blüten dieses Baumes. Es sind wunderschöne rote (oder seltener gelbe oder weiße) Blüten. Warum die Blüten dieses Baumes einen eigenen Namen haben erklärt eine zauberhafte Legende:

 

‘Ohi’a war ein junger und hübscher Häuptling auf Big Island. Die Vulkangöttin Pele wusste, dass er einem jungen schönen Mädchen, Lehua, den Hof machte. Doch Pele verliebte sich in ‘Ohi’a und wollte ihn als Ehemann. Eines Tages, als ‘Ohi‘a in die Berge ging, um Kukuibaumrinde zum Einfärben seines Surfbrettes zu schneiden, erschien Pele. Sie trug ihr bestes Kleid und sah umwerfend aus. Nach einer Weile offenbarte sie sich ‘Ohi’a als Pele, und fragte ihn, ob er ihr Ehemann sein wird. Nervös, aber sehr diplomatisch, lehnte er das ab, indem er ihr seine große Liebe zu Lehua gestand. In ihrem Ärger über seine Ablehnung, sagte Pele, dass er so feige sei wie ein Stück Holz und verwandelte ihn in einen knorrigen Baum mit kleinen grau-grünen Blättern. Als die anderen Götter sahen, was Pele getan hatte, fühlten sie sich schlecht damit und versuchten es rückgängig zu machen. Doch sie scheiterten. Das Beste was sie tun konnten, um Lehua mit ihrem gebrochenen Herzen wieder mit ihrem geliebten ‘Ohi’a zu vereinigen, war es, sie in eine wunderschöne Blüte am selben Baum zu verwandeln. Seit diesem Tag sagt man, dass das Pflücken einer Lehua Blüte von einem ‘Ohi’a Baum Regen bringt. Das sind die Tränen des Himmels für alle voneinander getrennten Liebenden.



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Hawai'i 2011/2

Hilo, Kapaa, Honolulu, United States



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