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37. Tag der Reise - Chinatown

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Nachdem ich am Vormittag den Weg zur Jugendherberge für den nächsten Tag gecheckt habe, gehe ich veganisch Essen. Die Auswahl ist hier super. Und teurer ist es auch nicht.

Ich fahre mit dem Bus mitten rein nach Chinatown. Schon im Bus sitzen fast nur asiatisch aussehende Leute. Gesprochen wird jedenfalls kein Englisch. Die Läden, die man von der Straße aus sieht, haben einen Haufen Auslagen vor dem Laden. Die meisten Häuser sind mit besonderen Farben oder Dächern geschmückt und sehen tue ich so gut wie keine ‚Weißen‘. Das ist was völlig anderes als Downtown. Hier ist fast eine andere Stadt.

 

Beim Rumlaufen bemerke ich in einer Seitenstraße eine Menge Laternen an einem Haus hängen. Davor stehend wird mir klar, dass das ein kleiner Tempel ist. Ich frage, ob ich hineinkommen darf und es ist ok. In einem Raum direkt hinter dem Eingang ist ein Altar auszumachen und drumherum verschiedene Figuren. Zwei davon sind menschengroß und dienen als Wächter des Altars. Ich mache keine Fotos, das scheint mir unpassend.

Später entdecke ich einen anderen kleineren Tempel. Die Dame dort fordert mich geradezu auf ein Foto zu machen. Dann mache ich es natürlich auch.

Der dritte Tempel ist richtig groß. Hier gibt es einen Empfangstresen, einen kleinen Altar zu Ehren des Gründers und einen großen Meditationsraum mit einem großen und mehreren kleineren Altären. Das hier ist richtiger Buddhismus. Bei den anderen war ich mir nicht so sicher. Da standen auch Buddha-Statuen, aber es war auch noch mehr da, Figuren, die ich nicht kenne. Hier, in diesem, stehen große goldene Buddhas, kleine Buddhas und ein weißer auf einem separaten Tisch den anderen gegenüber. Der Raum beeindruckt mich. Er strahlt eine Ruhe und Erhabenheit aus, die man spürt. Tja, und spätestens jetzt wird mir klar, was ich sehe. Jeder Buddha trägt ein Symbol auf seiner Brust. Egal ob der Goldene oder der Weiße. Alle tragen ein Hakenkreuz mitten auf ihrer Brust. Es ist kein Anhänger einer Kette oder so, sondern direkt auf der Brust. Das Kreuzsymbol sieht genauso aus wie das Symbol in der Nazizeit, mit einem wesentlichen Unterschied: Es dreht sich anders herum! Das Symbol ist 2500 Jahre alt, in abgewandelter Form sogar bis zu 6000 Jahre alt. Die Bedeutung dieses ‚Swastika‘ (Sanskrit) wird mit seiner Übersetzung deutlich: Glücksbringer. Ich wusste, dass das Symbol anders herum im Buddhismus vorkommt. Das seine Bedeutung aber z. T. so hervorgehoben sein kann, war mir nicht klar. Da bin ich ja noch gespannter auf Singapur. Übrigens wissen die Leute des Tempels sehr wohl um die ‚Verdrehung‘ des Symbols in der deutschen Geschichte. Ich habe mich ein wenig mit ihnen unterhalten.

Hier bin ich quasi eingeladen worden den Meditationsraum zu betreten – sofern ich meine Schuhe ausziehe.

 

Ein ganz bestimmtes Foto will ich noch versuchen. Auf einer Postkarte fand ich ein Motiv, aufgenommen im Jahr 1967 in der California Street. Ein Cable Car bringt mich dorthin. Wenn ich von ganz unten mitten auf der Straße nach oben fotografiere, könnte es ähnlich aussehen wie auf der Postkarte. Ich bin mit dem Foto einigermaßen zufrieden.

Während der Fahrt mit dem Cable Car sah ich die Vorbereitungen für die Abschlussparade des Festivals in Chinatown. Da fahre ich jetzt noch schnell hin und schau mir die Drachen genauer an.

 

Was mir in dieser Stadt besonders auffällt ist der ziemlich krasse Gegensatz zwischen reichen und armen Leuten. Hier in Downtown sind die super teuren Läden und die dementsprechenden Leute unterwegs. Dem gegenüber begegnen mir überdurchschnittlich viele Menschen, die ihre gesamten Habseligkeiten vor sich herschieben oder hinterher ziehen. Viele Leute durchsuchen die Mülleiner, sammeln Pfandflaschen oder erbitten Geld. Die Sprüche sind teilweise ziemlich interessant: „I need money or at least a smile”. In anderen amerikanischen Städten ist mir das nicht so stark aufgefallen wie hier. Die Stadt hat natürlich auch den riesigen Vorteil, dass es hier im Winter so gut wie nie Frost gibt. Vielleicht deshalb. Oder sind das die übrig gebliebenen Blumenkinder?



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