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24. Tag der Reise - San Rafael Valley

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Nach so vielen Tagen 'Rückzug' tauche ich wieder auf :-)

Ganz praktisch heißt das für mich, dass ich, warum auch immer, die große Halle saugen möchte, in der wir uns immer getroffen haben. Das ist für mich ein gutes Abschiedsritual vom Retreat und der Gruppe und eine Möglichkeit mich zu erden. Die Halle ist bestimmt zehn mal zwanzig Meter groß. Ich lege mir eine CD ein und sauge mit kleinen Unterbrechungen, in denen ich in einem anderen Haus aufräumen helfe, Stück für Stück die ganze Halle. Das macht mir total Spaß. Die Halle für mich alleine und gute Musik. Nach dem Saugen lege ich mich noch eine Weile auf den Boden und lausche weiter. Die Musik ist zum Heulen schön: Snatam Kaur, egal was.

Gegen Mittag brechen wir aufgrund einer Einladung nach Patagonia auf. Das ist nur eine Stunde Fahrt, doch die Landschaft und die Temperatur soll sich deutlich ändern. Der Ort ist ziemlich klein, 900 Einwohner, aber alle ziemlich auf Umweltschutz aus. Das ist hier in den USA noch fast ein Fremdwort. Jeder benutzt hier z. B. einen Wäschetrockner, bei der Hitze! Meine Handwäsche ist nach drei Stunden im Schatten trocken. Unfassbar.

Wir essen im ‚Wagon Wheel‘. Das war ein Tipp, der sich gelohnt hat. Die Kneipe, in der man auch essen kann ist ziemlich skurril. An den Wänden hängen zahlreiche ausgestopfte Tiere, die Bar ist uralt und einfach genial, überall, wo noch Platz ist, hängen Gemälde mit Cowboymotiven. An den Deckenbalken hängen merkwürdige Werkzeuge und Lichterketten. Über der Eingangstür (innen) steht, dass man ‚nur mit Shirt und Schuhen rein kommt‘ … und dazwischen?

Das Essen ist gut und die Bedienung nett.

Bevor wir unserer Einladung folgen, fahren wir ins San Rafael Valley. Schon die Landschaft auf dem Weg ist ausgesprochen schön und grün. Ein Flüsschen mit Schmetterlingen lädt zum Pausieren ein. Die geteerte Straße wird zur ‚dirt road‘. Es geht leicht bergauf, gerade so, dass man den Horizont nicht sehen kann. Als wir oben sind, bleibt mir die Luft weg. Ein Meer aus Gras erstreckt sich vor meinen Augen. Bis zu den Bergen am Horizont nur hohes Gras, das sich im Wind wiegt. Wieder einmal unglaublich. Da würde ich gerne auf einem Pferd durchreiten. Das wäre bestimmt fantastisch. - Vielleicht klappts am Strand von Hawaii. - Plötzlich tauchen auf einem Hügel weiter links Indianer auf, in Kriegsbemalung. Sie stürmen auf ihren Pferden auf uns zu. Ich will schon die Zügel herumrei … Na ja, hier sind wirklich Cowboy-Filme gedreht worden.

 

 

Wieder im Ort suchen wir unsere Unterkunft, ein ‚mobile home‘ aus den 50er Jahren. Von außen komplett Aluminium, von innen wie ein Wohnwagen im alten Stil. Das Ding ist zum Piepen. Mit Dusche und allem Drum und Dran. Nebenan steht ein Airstream, ein richtiger Wohnwagen aus den 60er Jahren. So ein Ding, wollte ich schon immer mal genauer sehen. ‚Mobile homes‘ gibt es hier in fast jedem Ort immer noch. Wer sich kein Haus leisten kann und vielleicht auch keine Wohnung mieten, der wohnt in einem ‚mobile home‘. Oft gibt es ganze kleine Stadtteile davon. Manche sind sehr gepflegt, andere ziemlich anders.

Hinter dem Bretterzaun des Grundstücks steht die Schmiede von Richard, „Richard the blacksmith“. Ihm gehört das ‚mobile home‘ und seine Frau Kate hat uns zu sich in den Garten und ihr Haus eingeladen. Der Garten ist eine Oase. Kolibris fliegen herum, Schmetterlinge tauchen auf und der gesamte Garten ist wohlüberlegt so angelegt, dass der Boden möglichst viel Wasser speichern kann, um die Pflanzen auch in der heißen Zeit zu versorgen. Nur so kann ein solcher Traum erhalten bleiben. Und zwischen drin tummeln sich kleine braune Wildenten, die allerdings abends in Sicherheit gebracht werden müssen. Nachts tummeln sich hier kleine Wildschweine, Waschbären, Coyoten und auch Pumaspuren sind schon gesehen worden. Der Garten ist auch so gestaltet, dass das Haus ohne Klimaanlage auskommt, das einzige Haus bisher. Lediglich Deckenventilatoren sorgen für Bewegung. Und das geht. Die alten Möbel, die vielen Bücher und die verwinkelten Zimmer gefallen mir.



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