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12. Tag der Reise - Bryce Canyon

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Gestern Abend hat mich noch eine Idee gepackt auf unserer Fahrt zurück vom Colorado River.

Ich stehe um 5:30 auf, um bei Sonnenaufgang an zwei faszinierenden Stellen im Canyon Fotos zu machen. Gestern Abend sahen die Bilder nicht mehr gut aus. Die Sonne war schon weg und im Laufe des Tages ist es viel zu hell.

Die Fahrt dauert nur wenige Minuten, die Sonne scheint schon oben auf die Bergkämme. Da hier so ziemlich jeder Berg rot ist, beginnt sie die Landschaft in ein geheimnisvolles Licht zu tauchen. So stelle ich mir die Mondoberfläche vor - ohne asphaltierte Straße. Ich stehe da und staune. Das Spiel von Licht und Schatten verändert ständig die Gegend. Weite entsteht, irgendwie unwirklich. Diese Landschaft ist einmalig. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

 

 

Um acht machen wir uns weiter auf den Weg und durchqueren eine riesige Ebene auf einer fast schnurgeraden Straße. Genau so wie ich mir das immer vorgestellt habe. Immer gerade aus. Die Sonne ist morgens schon so heiß, dass die Straße richtig nass aussieht. Entgegen kommende Autos sehen vollkommen verzerrt aus, da sie sich halb auf der Straße spiegeln. Unser Weg führt uns bergauf und nach und nach verwandelt sich die Landschaft aus einer Wüste in einen scheinbar heimischen Wald. In nicht einmal neunzig Minuten sind wir von Sizilien in die Schweiz gefahren :-)

Irgendwann verlassen wir Arizona und fahren in Utah weiter. Utah, der Bundesstaat in dem die meisten Mormonen leben (eigentlich „Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“). Die Hauptstadt ist Salt Lake City, wie der Name sagt, liegt sie am Rande eines großen Salzsees. In der Hauptstadt sind etwa 50 % der Einwohner Mormonen, auf dem Land sogar je nach Gegend bis zu 90 %. Wir fahren Richtung Norden zum Bryce Canyon. Ein Schild am Straßenrand sagt uns, dass wir uns mittlerweile auf 8000 feet Höhe befinden, das sind so etwa 2600 m. Hier ist es angenehm warm und alles grün. Endlich mal wieder – durchatmen möglich ... puh.

Wir suchen uns ein Motel am Straßenrand, ganz in der Nähe vom Canyon. Schnell wird klar, dass es von Mormonen geführt wird. Das ‚Buch Mormon‘ liegt an der Anmeldung und in den Zimmern aus. Das ist aber auch der einzige Unterschied. Ich habe in Freiburg schon einige Male bei den Mormonen in der Genealogie Forschungsstelle in Mikrofilmen alter Kirchenbücher gelesen. Die Ahnenforschung ist ein wichtiger Teil im Rahmen ihrer religiösen Arbeit. Ich glaube, sie taufen postum ihre Ahnen.

Den Bryce Canyon erkunden wir mit einem Shuttle. Es fährt von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt - typisch amerikanisch eben. Der ganze Canyon sieht wie ein Teil einer Märklin-Eisenbahn aus. Ich dachte zwischendurch im Miniaturwunderland zu sein. Nur die Eisenbahn hat noch gefehlt. Doch das sieht nur alles  nur auf den ersten Blick so aus. Es ist alles echt. Kein Mensch hat hier etwas verändert, das macht alles die Natur. Außerdem sind die Bäume so groß wie Bäume eben sind. Die Sandsteinsäulen und Türmchen sehen tatsächlich so aus wie auf dem Bild. Da war auch kein Zuckerbäcker oder so am Werk. Und das Foto zeigt nur einen kleinen Ausschnitt.

 

 

Aber durch einen Waldbrand ist ein Teil des Tales im Rauch verschwunden. Das Shuttle fuhr mittendurch. Das war cool. Hier und da brannte noch der Boden oder einzelne Baumstämme. Das Ganze war vollkommen ungefährlich, da der Brand absichtlich gelegt wurde. Eine kontrollierte Verbrennung soll den trockenen Boden vermindern und vor unkontrolliertem Brand schützen. Na ja, viele Bäume sind danach trotzdem hin. Und Skelette sollen auch hier und da rumliegen ... von Tieren.

Die Nacht ist die erste in einem angenehm temperierten Zimmer mit leicht geöffnetem Fenster ganz ohne Klimaanlage. Leider wohl auch die einzige für die nächsten zwei Wochen.



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