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1. Tag der Reise

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Um 4:45 klingelt mein Wecker. Um 7:25 sitze ich im Flieger nach London. Mein Nachbar spricht deutsch, obwohl er mit seiner Familie in Phoenix wohnt. Seine vielleicht Tochter geht dort auf eine Montessori-Schule. Gemischte Klassen, Schafe, Ziegen …

Sein Tipp für Arizona: Wasser, Wasser und nochmals Wasser trinken. Die Hitze und Trockenheit könnten gefährlich werden.

In London muss ich vier Stunden auf den Anschlussflug warten. Der Flughafen ist riesig und ebenso voll. Auf dem Gate geht der Pilot herum und spricht mit seinen zukünftigen Passagieren. Ich bin ganz platt. Macht der das jetzt aus Spaß oder weil er muss?

Auf dem Flug nach Dallas sitzt eine Grundschullehrerin aus Reno neben mir. Sie stammt aus Chile, ihre Mutter ist Professorin für spanische Literatur an einer Universität in den USA. Sie kommen gerade aus Granada. In wenigen Tagen fliegen sie wieder nach Europa, nach Italien. In Chile und Argentinien haben sie übrigens jeweils ein Ferienhaus. Ich glaube, sie ist nicht verheiratet :-).

Jetzt ist es in Deutschland 20:09, hier in der Luft 14:09, in Dallas 13:09.

Vor ein paar Tagen habe ich den Film „Die Frau des Zeitreisenden“ gesehen. Das Buch kannte ich. Der Film ist ein bisschen anders. Geheult habe ich trotzdem .  Also, sehr empfehlenswert!

Wenn ich ‚Dallas‘ höre, dann fällt mir gleich die Fernsehserie von damals ein. JR und so. Der Titel fällt mir gerade nicht ein. Außerdem ist doch da auch Kennedy erschossen worden, oder? Ich sehe allerdings wohl nur den Flughafen. 

Dann geht es weiter Richtung Südwest, in die Wüste, nach Phoenix.

Noch 2 Stunden und 7 Minuten, ich kann kaum noch sitzen. Die Klimaanlage bläst und rauscht ohne Ende. Ein Mädchen neben mir, vielleicht 11, liest seit sieben Stunden. Fast ohne Unterbrechungen. Das ist doch stark. „a stolen life“  von Jaycee Dugard. Sie lässt sich von nichts stören.

Noch 1:53.

Turbulenzen. Das fühlt sich gerade an, wie auf einem Anhänger über den Acker.

Das lesende Mädchen faltet die halbe Seite zu einem Lesezeichen, ein riesiges Eselsohr ... um einen Film anzugucken :-(.

Beim Aussteigen sehe ich meine Sitznachbarin mit ihrer Mutter. Es dauert eine Weile bis mich der Schlag trifft. Sie hatte mir keinen Buchtitel genannt. Aber sie sprach von Chile und Professorin. Na? Diese Mutter sieht Isabel Allende verdammt ähnlich. So ähnlich, dass sie es ist? Kann Isabel Allende mittlerweile wieder nach Chile einreisen? Würde sie ihre Tochter … Hat sie überhaupt eine? … in der ‚economy‘ fliegen lassen, während sie selbst ‚first class‘ fliegt?

Ich konnte sie nicht mehr fragen. Die Schlange zum Zoll entpuppte sich als schier endlos. Ich fand es kaum. Und dann, als ich endlich dran war, gab ich einen Apfel an. Das bescherte mir dann eine Ehrenrunde. Nun stand ich in einer Schlange mit Leuten, die einen Apfel, zwei Mandarinen oder vier Bananen nicht etwa zu verzollen hatten, sondern diese abgeben mussten, um anschließend alle Gepäckstücke  noch einmal gründlich durchleuchten lassen zu müssen.

Später, beim erneuten Einchecken, wurde noch einmal alles durchleuchtet. Sind jetzt meine Fruchtriegel verstrahlt? Die, die ich eigentlich hätte …

Jetzt sitze ich hier in Dallas, esse einen und warte auf meinen Anschlussflug nach Phoenix. Die meisten tragen T-Shirts, ich Wolljacke. Hier ist strahlend blauer Himmel. Draußen muss es heiß sein, niemand ist zu sehen.

Es ist 18:30 in Dallas, in London 24:30, in Freiburg 01:30, in Phoenix 16:30. Tja.

Irgendwann später merke ich, dass ich nicht an Isabel Allende, sondern an Donna Leon gedacht habe. Also, nix da.

Im Flugzeug nach Phoenix setzt sich nach halber Strecke eine ältere Frau neben mich, die ein Auge auf ihre mitgebrachten Gemälde werfen möchte, die ganz vorne stehen. Sie spricht deutsch bzw. war früher  auch Deutsche. Jetzt wohnt sie in Sedona. Der Ort steht sowieso schon auf unserer Sightseeing-Liste. Sie gibt mir noch ein paar gute Tipps, wie wir am besten fahren sollen und so am meisten sehen. Doch was ich am allerbesten finde ist, dass sie mich auf höchstens 35 schätzt und das, nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich schon lange Lehrer bin :-)

Sie gibt mir ihre Telefonnummer falls wir noch irgendwelche Fragen hätten und schreibt mir einige wichtige Abzweigungen auf.

Beide sind wir immer wieder begeistert von den Wolken draußen. Die Farben sind durch die untergehende Sonne überwältigend.

 

 



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